Doping mit Sonnencreme

Doping mit Sonnencreme

Die Norwegische Skilangläuferin Therese Johaug steht unter Dopingverdacht, nachdem sie am 16. September bei einer Trainingskontrolle der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA) positiv auf das verbotene Steroid Clostebol getestet worden ist. Clostebol ist ein androgenes Steroid, das für den schnellen Muskelaufbau erforderlich ist. Außerdem wird Clostebol auch zur Behandlung von Hautschäden eingesetzt.

Grund für die positive Probe ist nach Angaben des Verbandes eine Sonnencreme, die das anabole Steroid Clostebol enthält. Die 28-jährige Sportlerin erklärte, dass es sich lediglich um ein versehntliches Doping ohne Betrugsabsichten handle. So teilte die Langlauf-Olympiasiegerin mit, dass der Stoff sich in ihrer Sonnencreme Trofodermin befand, die sie vom norwegischen Mannschaftsarzt Fredrik Bendiksen zur Behandlung eines Sonnenbrands erhielt. Die Athletin hatte die Sonnencreme zwischen dem 4. und 15. September im italienischen Livigno zur Wundversorgung verabreicht bekommen. Johaug dazu:

Ich bin am Boden zerstört und verzweifelt, dass ich in eine für mich schwierige und unwirkliche Situation hineingeraten bin… Ich finde das unfair und völlig unverdient, obwohl ich mir meiner Verantwortung als Leistungssportlerin bewusst bin, welche Arzneimittel ich benutze

Der Arzt seinerseits behauptete, dass er keine Ahnung davon hätte, dass die Sonnencreme das verbotene Steroid enthält.Italienische Apotheker hätten versichert, dass in der Sonnencreme keine verbotenen Substanzen enthalten seien. Die norwegische Tageszeitung „Dagbladet“ veröffentlichte jedoch Bilder des Arzneimittels Trofodermin, die eine deutliche Doping-Warnung auf der Verpackung zeigen.

Der Mannschaftsarzt Bendiksen übernahm die volle Verantwortung für den Fall und ist inzwischen zurückgetreten.

Foto: Flickr.com